„Wir sind für die Seele zuständig“

Christine Kosnik sitzt in einem hellen Raum, auf Stühlen im Kreis sitzen vor allem ältere Damen, ein Mann ist dabei.

 

Aus der Musikanlage schallt das Volkslied „Kein schöner Land“. Alle singen mit, auch Christine. „Am Anfang musste ich mich da schon überwinden“, lacht die 31-Jährige. Mittlerweile ist sie textsicher, und kann auch bei anderen Volksliedern einstimmen.

Wenn Christine ihre Arbeit beschreiben soll, sagt sie: „Die Altenpfleger sind vor allem für den Körper zuständig, wir Alltagsbegleiter für die Seele.“ Christine hat sich bewusst für diesen jungen Beruf entschieden. „Mein Ziel ist es, dass die Menschen, die ich betreue, aktiv am Leben teilhaben. Ich schaue, wo ihre Ressourcen sind und arbeite mit ihnen, nutze sie.“ Als Alltagsbegleiterin schließt Christine die Lücke in der Betreuung von Menschen in der Pflege: Neben der medizinisch-pflegerischen Versorgung ist die psychosoziale Betreuung, eine Begleitung durch den Alltag, mindestens genauso wichtig - für die pflegebedürftigen Menschen wie für deren Angehörige.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so leichtfällt. Es ist so schön zu sehen, wie ich die Menschen damit erreichen kann. Ich bin wie die Nachbarin, die regelmäßig vorbeikommt und mit der man vieles teilen kann.“ Demnächst wird Christine ihre achtjährigen Zwillinge zu Besuch mit in das AWO-Altenzentrum Niederzwehren bringen. „Auf die Idee haben mich die Bewohner gebracht. Sie wollten meine Kinder unbedingt kennenlernen, ich habe immer wieder von ihnen erzählt. Die Heimleitung fand es eine tolle Idee und meine Kinder sehen mal, mit welch besonderen Menschen ich zusammenarbeite.